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12.04.2019 13:56 Alter: 2 yrs
Kategorie: Blog

Hospiz-Experten fordern mehr Beratung zu Patientenverfügungen


Celle (epd). Mit Blick auf ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofes fordern niedersächsische Hospiz-Experten mehr Beratungsmöglichkeiten für Menschen am Lebensende. Bislang sei die ambulante Palliativarbeit von den gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsangeboten ausgeschlossen, sagte der Vorsitzende des Landesstützpunktes für Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen, Ulrich Domdey, am Dienstag in Celle. Diese Angebote müssten jedoch in den landesweit 127 ambulanten Hospizen mit rund 6.000 Ehrenamtlichen flächendeckend ausgebaut werden. In der Palliativarbeit werden sterbenskranke Menschen ambulant oder stationär bis zu ihrem Tod begleitet.

Der Bundesgerichtshof hatte jüngst grundsätzlich entschieden, dass Ärzte nicht haften, wenn sie das Leben und somit oft auch das Leiden eines Patienten durch eine künstliche Ernährung verlängern. Wenn es keine Patientenverfügung gibt und der tatsächliche Wille nicht eindeutig erkennbar ist, kann ein Patient nach Angaben des Landesstützpunktes somit selbst gegen den eigenen Willen künstlich ernährt werden. "Der BGH-Entscheid ist ein Dilemma, das Ärzte, Angehörige und Patienten gleichermaßen im Regen stehenlässt", sagte Domdey.

Im neuen Hospiz- und Palliativgesetz des Bundes sei zwar ein Beratungsangebot zur gesundheitlichen Vorsorgeplanung am Lebensende festgeschrieben, hieß es. Allerdings gelte dies nur für stationäre Einrichtungen und Heime, die gemessen an der Anzahl der Bewohner dafür auch einen Personalkostenanteil von den Kassen erstattet bekommen. Um derartige Beratung auch in der ambulanten Palliativarbeit zu etablieren, müsse das Personal geschult werden.

Darüber hinaus sei notwendig, bundesweit eine Stelle einzurichten, in der die Patientenverfügungen hinterlegt und für Ärzte einsehbar seien. "Es hilft niemandem, wenn die Patientenverfügung beim Notar hinterlegt ist, aber der behandelnde Arzt keinen Einblick hat." Solche Stellen gebe es in anderen Ländern bereits. "Dort hat man damit positive Erfahrungen gemacht."